Spurensuche
Kyra Steckeweh
Werke für Klavier solo von Dora Pejačević, Sophie Westenholz und Ethel Smyth
Auf ihrem Album „Spurensuche“ vereint die Pianistin Kyra Steckeweh Klavierwerke von drei ganz unterschiedlichen Komponistinnen. Es sind faszinierende Wiederentdeckungen einer Musik, die lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Für die Ersteinspielung der Westenholz-Sonate und auch der Sonaten von Dora Pejačević und Ethel Smyth arbeitete Kyra Steckeweh mit Originalquellen aus Archiven in Kroatien, Großbritannien und Deutschland, um der Musik so nah wie möglich zu kommen.
Über das Album
Auf ihrem Album „Spurensuche“ vereint die Pianistin Kyra Steckeweh Klavierwerke von drei ganz unterschiedlichen Komponistinnen. Es sind faszinierende Wiederentdeckungen einer Musik, die lange Zeit in Vergessenheit geraten war.
Die Mozart-Zeitgenossin Sophie Westenholz ist eine faszinierende Wiederentdeckung aus einer Epoche mit nur wenigen profilierten Komponistinnen. Für die Ersteinspielung der Westenholz-Sonate und auch der Sonaten von Dora Pejačević und Ethel Smyth arbeitete Kyra Steckeweh mit Originalquellen aus Archiven in Kroatien, Großbritannien und Deutschland, um der Musik so nah wie möglich zu kommen.
Die Komponistin Ethel Smyth schrieb den schönen Satz: „Der genaue Wert meiner Musik wird wahrscheinlich erst dann erkannt werden, wenn nichts mehr von der Komponistin übriggeblieben ist als geschlechtslose Punkte und Striche auf liniertem Papier.“ Sie spielt damit auf die Widerstände an, die ihr als komponierende Frau entgegengebracht wurden. Ethels Smyths Musik ist zwar „geschlechtslos“, aber ihre Geschichte ist es keinesfalls.
Mit viel Gespür und Temperament zeigt Kyra Steckeweh, wie wertvoll diese (selten gespielten) Kompositionen heute für das Musikleben sind und ein selbstverständlicher Teil des Klavier-Repertoires sein sollten. In einem musikwissenschaftlich fundierten Begleittext der Pianistin Kyra Steckeweh erhält der interessierte Hörer zudem Einblicke in die jeweiligen Werke sowie Hintergrundinformationen zur künstlerischen Arbeit und Leben der Komponistinnen.
Kyra Steckeweh schreibt in ihrem Vorwort im Booklet der CD:
Die Komponistin Ethel Smyth schrieb den schönen Satz: “Der genaue Wert meiner Musik wird wahrscheinlich erst dann erkannt werden, wenn nichts mehr von der Komponistin übriggeblieben ist als geschlechtslose Punkte und Striche auf liniertem Papier.” Sie spielt damit auf die Widerstände an, die ihr als komponierende Frau entgegengebracht wurden. Ethels Smyths Musik ist zwar geschlechtslos, aber ihre Geschichte ist es keinesfalls.
Die Helden meiner Kindheit und Jugend hießen Frédéric, Franz, Ludwig und Johannes. Schon damals wunderte ich mich, dass Frauennamen in der Musikgeschichte so gut wie nicht vorkamen. Meine Vermutung war, dass Frauen wohl keine guten Werke geschrieben haben, denn sonst würde ich sie ja hören können. Später im Studium änderte sich dieser Eindruck nur wenig. Hier und da gab es zwar Seminare zu einzelnen Komponistinnen, aber mein Klavierrepertoire bestand zu 100 Prozent aus Werken von Männern, was der absolute Normalfall war (und vermutlich immer noch ist). Erst nach dem Studium kam mir der Gedanke, diesen „Normalfall“ zu hinterfragen. Seither arbeite ich meine Repertoirelücken auf, wenn man das so sagen kann. Denn gerade für mein Instrument gibt es eine so unfassbare Masse an fantastischen Werken von Komponistinnen, dass ich schon jetzt weiß, dass mein Leben viel zu kurz sein wird, um auch nur einen ungefähren Überblick zu bekommen.“
Pressestimme
Man würde es allen drei Klaviersonaten wünschen, dass sie öfter auf den Programmen der Pianisten stehen.
Rainer W. Janka, Klassik-Heute.de
Mehr Infos zum Album
Künstler
Die Pianistin Kyra Steckeweh beschäftigt sich auf verschiedenen Ebenen mit Komponistinnen des 18. bis frühen 20. Jahrhunderts. Dahinter steht die Motivation, den Blick auf die Musikgeschichte zu erweitern und nicht selten echtes Neuland zu betreten. Mittlerweile hat sich daraus ein vielschichtiger künstlerischer Schwerpunkt entwickelt. Das Ergebnis sind zahlreiche Konzerte im In- und Ausland, ein preisgekrönter Dokumentarfilm und drei CD-(Erst-)Einspielungen.
Pressestimmen
Lebensaufgabe
“Die Revision und Auffüllung des Klavierrepertoires im Hinblick auf vernachlässigte oder gar verleugnete Musik respektablen Niveaus von Komponistinnen scheint eine Lebensaufgabe von Kyra Steckeweh geworen zu sein. […] Aus straffen Ondulationen entwickelt sie [S. Westenholz] in ihrer Sonate c-Moll einen resoluten Disput, den Kyra Steckeweh durch fragilen Anschlag distinguiert mit noblem Adagio kontrastiert. […]”
Hans-Dieter Grünefeld (Piano-News, 1/22)
Verblüffende Kompositionen
“Wer von einer «Spurensuche» spricht, denkt vermutlich zunächst an kleine, kaum wahrnehmbare Reste einer näheren oder ferneren Vergangenheit. Diese CD greift weiter. Nicht längst verblasste «Relikte» der Musikgeschichte wurden hier eingespielt, sondern wahre Schwergewichte. Sie sind (um im Bild zu bleiben) schon länger offenkundig und frei zugänglich, nur dass bisher kaum jemand so genau hingeschaut hat. Denn wo viele Komponistinnen (wie auch ihre männlichen Kollegen) sich oft nur mit kleinen Piècen begnügten, da zeigten Sophie Westenholz, Ethel Smyth und Dora Pejačević, dass man auch im Bereich der Sonate reüssieren konnte. Es sind drei verblüffende Kompositionen, die viel zu selten gespielt werden. […]”
Michael Kube [13.10.2021, nmz]
Eine Pionierin der Pianistinnen
“Man lernt nie aus als immer neugieriger Musikliebhaber. Die Pianistin Kyra Steckeweh gibt dieser Neugier reichlich Nahrung mit ihrer CD, die Klavierwerke dreier Komponistinnen präsentiert, deren Namen nahezu nie im normalen Musikleben auftauchen. Diesen Pianistinnen hat sie auch einen mit dem Opus-Klassik-Preis ausgezeichneten Dokumentarfilm gewidmet: eine Pionierin der Pianistinnen. […] Der inneren Erregtheit, „großen Expressivität und Spannung“ (so Steckeweh im Booklet), die die Sonate b-Moll op. 36 prägen, die auch im eigentlich ruhigeren Andante nachzittern, spürt Steckeweh sehr anteilnehmend nach, das unruhige Energisch-Resolute im Rondo gestaltet sie mit großer Kraft. Man würde es allen drei Klaviersonaten wünschen, dass sie öfter auf den Programmen der Pianisten stehen.”
Rainer W. Janka [Klassik-Heute.de, 01.10.2021]
Drei Komponistinnen
“Spurensuche nennt sich eine CD von Kaleidos mit der Pianistin Kyra Steckeweh mit Musik von drei Komponistinnen. Zu Beginn erklingt die Sonate der Kroatin Dora Pejacevic(1885-1923), ein heroisch-leidenschaftliches Werk, das man nicht ohne weiteres als das Werk einer Frau einschätzen würde. Kyra Steckeweh spielt die Sonate spannungs- und ausdrucksvoll. In eine ganze andere, frühromantische Welt tauchen wir dann mit der Sonate von Sophie Westenholz (1759-1838) ein. Ethel Smyth (1858-1944) ist vor allem bekannt für ihren March of the Women, der zur Hymne der Suffragetten wurde, der englischen Frauenrechtsbewegung. Die Sonate Nr. 2 der lesbischen Komponistin dreht sich um ihre Liebe zur Schauspielerin Marie Geistinger. Sie ist äußerst fantasievoll komponiert, und Kyra Steckeweh liefert davon eine fein differenzierende und lebendig-spontane Interpretation.”
Remy Franck [Pizzicato, 19.09.2021]
Überragendes Hörerlebnis
[…] “Katharina Deserno hat in den letzten Jahren immer wieder mit beeindruckenden CD-Produktionen auf sich aufmerksam gemacht. So auch diesmal. Unerschöpflich ihr Reichtum an Cello-Farben, ihr ausgeprägter Sinn für einen kantablen und obertonreichen Klang. Da versteht es sich von selbst, dass auch Bachs Suiten in G-Dur und d-Moll bei ihr in allerbesten Händen sind. Fazit: Ein spannendes neues Repertoire für Cello solo – und ein überragendes Hörerlebnis mit Bogenschlag vom 21. Jahrhundert zurück zu Bach.”
Christoph Schulte im Walde [WN, 22.03.2021]
Dinescus Anknüpfungen an Bachs Cellosuiten
[…] Die Bach-Suiten spielt Deserno ebenfalls eher zurückhaltend, beachtet die Spielweisen historisch informierter Aufführungspraxis und erreicht dabei immer enorme Klangschönheit wie präziseste, sprechende Artikulation.[…] Insgesamt eine gelungene Zusammenstellung, die ihre Wirkung nicht verfehlt und eine beeindruckend bewusst agierende Künstlerin zeigt.”
Martin Blaumeister [The new Listener, 07.12.2020]
Meisterhaft
[…] “Katharina Desernos Interpretationen der Bach’schen Suiten sind meisterhaft. Wie es für Bach ja gilt, verzichtet sie auf jedes vordergründige Ausspielen von Virtuosität. Mit maßvoller Dynamik baut sie weite Spannungsbögen. Konzerte mit allen Zyklen dieser CD dürften ein Erlebnis sein.”
Günter Buhles [Das Orchester, 03/2020]
Auf hohem Niveau
“Eine CD mit Überraschungen und Erkenntnissen auf hohem Niveau.”
Adelheid Krause-Pichler [nmz]
Kreative Interpretin
[…] “Grandios vermittelt die Cellistin Katharina Deserno zwischen Zeiten, Strukturen und Geisteshaltungen. Auf einem Instrument von Carlo Antonio Testore von 1712 bringt sie mit einer hellen und klaren Tongebung die Musik zum Glitzern; selbst, wenn sie in Melancholie oder Beklemmung hineinsteigen muss, bleibt ein Funkeln. […]”
Horst Hollmann [Nordwest-Zeitung, 4.12.2019]
Bach begegnet Dinescu
[…] “Indem Katharina Deserno hier Bach mit Violeta Dinescu bespiegelt, entsteht ein komplexes Bild. Es begegnen sich zwei unterschiedliche Klangsprachen und trotzdem ergänzen sie sich auf subtile Art. Ein reifes Programm von großer Schönheit! Vor allem, weil Katharina Deserno den perfekten Ton trifft, sowohl bei Bach als auch bei Dinescu. […] Faszinierend, wie Katharina Deserno zwischen den Klangsprachen von Violeta Dinescu und Johann Sebastian Bach wechselt – und trotzdem entsteht kein Bruch, alt und neu kommunizieren miteinander.”
Bettina Winkler [SWR2, Treffpunkt Klassik, 25.11.2019]
Echos auf Bach
[…] “Es entsteht ein rätselhaftes Band aus Farben, Gesten und Klängen, das beide, Bach und Dinescu, miteinander verbindet. Katharina Desernos kräftiger, breiter Bogenstrich (sie ist Schülerin u.a. von Maria Kliegel) erlaubt dabei auch feine Nuancen. […] So entstehen Spiegelbilder von faszinierender Eindringlichkeit und bemerkenswerte zeitgenössische Echos auf den Barock-Meister. […]”
Klassik-CD des Monats: Matthias Roth [RNZ Heidelberg, 29.11.19]
Ideale Interpretin
[…] Deserno ist, wie sie in den genannten Dinescu-Stücken und der die CD beschließenden Abendandacht unter Beweis stellt, eine empfindsame Musikerin, die sich auf das Herausarbeiten von Klangfarben trefflich versteht, und somit für eine Musik, die vorrangig davon lebt, eine ideale Interpretin. […]”
Norbert Florian Schuck [Klassik-Heute.de, 21.11.2019]
Gelungene Mischung
[…] “Von den Bach-Suiten wählte Deserno die beiden ersten aus, die sie schön differenziert, vor allem aber mit dunkel timbrierten Farben sehr tänzerisch spielt. Die ‘Kleine Suite’ von Violeta Dinescu (2018) hat auch etwas Tänzerisches, aber die phantasievollen Ausdrucksgesten der Musik sind gleichzeitig auch sehr rhetorisch, sehr ‘sprechend’ und sehr darstellerisch, quasi clownesk, nicht im Sinne von purem Spaß, sondern eher eines Pierrot, wie ihn die Commedia dell’Arte gebar, mit entsprechenden Emotionen: einfühlsam, melancholisch und einsam, spielerisch und wagemutig zugleich. Die packende Interpretation ist wunderbar evokativ. […]”
Remy Franck [Pizzicato, 21.10.2019]
Klage und Lust
“Die beinahe minimalistischen sieben Miniaturen der 2014-18 entstandenen kleinen Suite „Sieben Rosen“ der rumänischen Komponistin Violeta Dinescu eröffnen das spannende Projekt, Dinescu und Johann Sebastian Bach in einem ausgewogenen Programm zuammenzubringen. […] Ein Experiment für das ungeübte Ohr, sicher aber auch für die Cellistin Katharina Deserno. Die kann ihre ganze Virtuosität in der folgenden Suite Für Violoncello Solo Nr. 1 G-Dur Bwv 1007 aufleuchten und zum beglückenden Erlebnis werden lassen. Dynamisch und zugleich mit tiefem Sentiment geht sie die sechs delikaten Sätze wie aus einer anderen Welt an. Wie losgelöst zaubert sie aus ihrem Violoncello von Carlo Antonio Testore aus dem Jahr 1712 eine ungeheure Klangfülle. Prélude, Allemande, Courante, Sarabande, Menuet und Gigue werden unter ihren Händen zu lustvollen Delikatessen. Der Wechsel zu Dinescus ganz neuer Kleiner Suite in fünf Sätzen gelingt […] überzeugend, und Katharina Deserno stellt unter Beweis, was Violeta Dinescu im Begleitheft über sie sagt: „…war ich sofort überzeugt, eine Interpretin gefunden zu haben, die die Möglichkeiten besitzt, meine »musikalischen Gedanken« zu fühlen“ […]. Dinescus „Abendandacht“ aus dem Jahr 1985, 2018 überarbeitet, schließt sich Bach ganz folgerichtig an, brillant zusammengestellt und den Ton von BWV 1008 aufnehmend. Klagend wie Nr. I der „Sieben Rosen“ schließt das Stück die Klammer dieses außergewöhnlichen, bewegenden Albums, für das Katharina Deserno das Prädikat der Musenblätter, den Musenkuß, redlich verdient hat.”
Frank Becker [Musenblätter, 15.10.2019]
Dinescus neue Klangfarben
[…] “Die Cellistin Katharina Deserno ist bekannt für ihr breites Repertoire und ihre ausgefallenen Konzertprogramme. Auf ihrer neuesten CD fördert sie Erstaunliches zutage, nämlich die zunächst divergent erscheinenden Klangwelten eines Johann Sebastian Bach und der zeitgenössischen Komponistin Violeta Dinescu. […] Während der Celloton von Deserno den beiden eingespielten Bach-Suiten Plastizität verleiht, mischt sie bei Dinescus Stücken immer neue Klangfarben auf der Palette zusammen. Dadurc h entsteht eine enorme Ausdrucksspannung, besonders deutlich zu hören in “Sieben Rosen”.[…] Das finale Werk dieser beeindruckenden CD, “Abendandacht”, gemahnt an Momente der Stille und des Innehaltens, der Tanz wird damit zum Transzendenten geführt.”
Udo Barth [Badisches Tagblatt, 7.10.2019]
Streaming
Inhalt / Trackliste
Dora Pejačević: Sonate für Klavier b-Moll op. 36
I. Con fuoco ma non troppo allegro
II. Andante con molta espressione
III. Rondo. Allegro risoluto
Sophie Westenholz: Sonate c-Moll
I. Allegro
II. Adagio ma non troppo
III. Allegro assai
Ethel Smyth: Sonate Nr. 2 cis-Moll
I. Introduzione. Lento – Allegro moderato
II. Andante
III. Finale. Presto con brio
Release-Infos
- Titel
- Interpreten
- Release-Datum
- Katalog-Nr.
- Edition
- Tonträger
- Spurensuche
- Kyra Steckeweh
- 03.09.2021
- KAL6355-2
- Edition Kaleidos
- CD-Audio, ProfilePac 4-stg., 28-stg. Booklet (de, en)

